Bilowitz


Bilowitz liegt 8 km nordöstlich von Ungarisch Hradisch und befindet sich in einem unregelmäßigen Tal, das von den letzten Ausläufern der Weißen Karpaten gebildet wird.  Die Gemeinde selbst besteht aus zwei Teilen: Bilowitz und Wceral. Der Name Bilowitz geht auf den Personennamen Biel zurück. Die ursprüngliche Form Bielovici bedeutete so viel wie "die Leute von Biel". Im Vordergrund stand also die Gemeinschaft der Bewohner, nicht die Siedlung an sich.

Historischen Quellen zufolge entstand die Gemeinde bereits im 11. Jahrhundert, wenngleich die erste schriftliche Erwähnung erst auf das Jahr 1256 datiert, als sie zum Lehen des Bistums Olmütz wurde. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer häufig und zu den frühesten urkundlich belegten gehört Hermann von Bilowitz. Im 14. und 15. Jahrhundert befand sich Belowitz im Besitz der Familie Kužel. Unter ihrer Verwaltung kam es zur Teilung des Dorfes und damit zur Entstehung des Ortsteils Wceral, dessen Name auf die dortige Bienenzucht zurückgeht. Als Herrensitz diente eine Festung, die 1512 erstmals urkundlich erwähnt wurde, deren Fundamente jedoch offenbar noch älter sind. Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie zu einem Renaissance-Schloss umgebaut, wobei die neu errichteten Arkaden zum prägenden Merkmal wurden.

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts durchlebte Bilowitz eine dunkle Epoche, gezeichnet von den Einfällen der Bočkaj-Rebellen und den Truppendurchzügen des Dreißigjährigen Krieges. Nachdem schwedische Truppen den Ort 1645 heimgesucht hatten, folgte 1663 ein verheerender Überfall der Tataren. Das Dorf wurde dabei bis auf ein einziges Haus niedergebrannt, während der Großteil des Viehbestands verschleppt wurde. Doch die Ruhe hielt nicht an und weitere militärische Überfälle trafen die Gemeinde in den Jahren 1683 sowie zwischen 1704 und 1705.

Nach 1809 ging die Herrschaft Bilowitz aus dem Besitz des Bistums Olmütz an Graf Ferdinand von Laurencin-Beaufort über. Im Jahr 1831 folgte ihm Graf Hugo Logothetti nach und in seiner Familie verblieben das Gut und Schloss bis zum Jahr 1945. Die relativ ruhige Entwicklung des 19. Jahrhunderts wurde durch den Preußisch - Österreichischen Krieg im Jahr 1866 gestört, als die Truppen eine Choleraepidemie in den Ort einschleppten.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Ortes gehört das Schloss Bilowitz, dessen Umbau im Empirestil auf Graf Ferdinand von Laurencin-Beaufort zurückgeht. Das Schloss und der angrenzende englische Park stehen seit 1968 unter Denkmalschutz. Das historische Zentrum wird durch die Kirche der Geburt des heiligen Johannes des Täufers sowie eine Reihe barocker Skulpturen ergänzt, insbesondere durch die Statuen der Heiligen Johannes von Nepomuk, Wendelin und Antonius

Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die mit Bilowitz verbunden sind, gehört der Politiker und mährische Landtagsabgeordnete František Chlebus (1847–1916). Die Gemeinde ist zudem mit dem Namen des katholischen Priesters Pavel Ambrose (* 1955) verknüpft, dem ehemaligen Direktor des Zentrums Aletti in Olmütz und Leiter des Lehrstuhls für spirituelle Theologie an der CMTF der Palacký-Universität. Ein bleibendes Andenken in der Gemeinde hinterließ auch der katholische Priester Josef Červenka (1968–2022).

Weitere Informationen finden Sie hier: https://bilovice.cz/default/default/6754_historie


Autoren

Johann Alois Hanke von Hankenstein

Geburtsdaten
26.05.1751
Holleschau

Sterbedaten
26.03.1806
Proßnitz