Prziwos (Ostrau)


Prziwos (deutsch auch Oderfurt, tschechisch Přívoz), ursprünglich eine selbstständige Siedlung und später eine Stadt, ist heute ein Teil von Ostrau (tsch. Ostrava). Die erste schriftliche Erwähnung von Prziwos stammt aus dem Jahr 1377, als der Ort den Namen Prsiewoz trug. Dieser Name verweist im Tschechischen auf einen früheren Übergang (mit einer Fähre) über den Fluss Oder (tsch. Odra), an dem die Siedlung an der Handelsroute zwischen Troppau (tsch. Opava) und Teschen (tsch. Těšín, poln. Cieszyn) entstand.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Prziwos dank der Industrialisierung und des Anschlusses an die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn einen tiefgreifenden Wandel. Der Bahnhof in Prziwos diente anschließend als bedeutender Verkehrsknotenpunkt für den Transport von Kohle aus den einzelnen Schächten des Ostrauer Steinkohlereviers und galt infolgedessen als der größte Bahnhof entlang der gesamten Nordbahn.

Im Jahr 1900 erhielt Prziwos das Stadtrecht und wurde anschließend von der deutschsprachigen Stadtverwaltung in Oderfurt umbenannt. Dieser Name blieb bis 1920 in Gebrauch und 1924 wurde Prziwos als Teil eines größeren urbanistischen Gesamtkonzepts an Mährisch Ostrau (tsch. Moravská Ostrava) angeschlossen. Heute gehört Prziwos zum Stadtbezirk Mährisch Ostrau und Prziwos (tsch. Moravská Ostrava a Přívoz). Die markanteste Dominante ist die neugotische Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria aus dem späten 19. Jahrhundert. Prziwos trägt bis heute die Spuren seiner industriellen Vergangenheit, ist zugleich jedoch Teil eines modernen städtischen Umfelds, das mit dem Hauptbahnhof und dem Zentrum von Ostrau verbunden ist.

 

Quellen:

https://cs.wikipedia.org/wiki/P%C5%99%C3%ADvoz_(Ostrava) (Tschechisch)

https://www.hrady.cz/kostel-neposkvrneneho-poceti-panny-marie-ostrava-privoz (Tschechisch)


Autoren

Richard Hauptmann

Geburtsdaten
16.01.1908
Prziwos (Ostrau)

Sterbedaten
19.09.1970
Coburg