Kunewald


Kunewald ist eine Gemeinde im Bezirk Neutitschein in der Mährisch-Schlesischen Region. Sie liegt etwa fünf Kilometer nördlich von Neutitschein. Der ursprüngliche Name des Dorfes war das deutsche Kunenwald, was „Wald von Kuno“ bedeutete. Kuno war die Koseform des Namens Kunrat (Konrad). Historische Belege zeigen überwiegend die verkürzte Variante Kunwald, die bis 1947 auch im Tschechischen verwendet wurde, bevor der Name offiziell in Kunín geändert wurde.

Kunewald wurde Ende des 13. Jahrhunderts als Waldhufendorf gegründet, und die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1382. Im 13. und 14. Jahrhundert befand sich das hiesige Gut im Besitz der Herren von Zierotin und von Krawarn. Zwischen 1288 und 1311 wurde es von Bluda III. von Bludau gehalten und später, in den Jahren 1369 bis 1380, von Wok von Krawarn. Im Jahr 1584 wurde Kunewald als eigenständiges Gut aus der Herrschaft Fulnek ausgegliedert, und die neuen Besitzer wurden Estera und Jan Czettritz von Kynsburg. Unter deren Grundherrschaft wurde in Kunewald eine Brauerei gegründet. Ab 1592 wird das Gut in den Quellen schließlich als kleine, eigenständige Herrschaft geführt. Im Jahr 1653 kaufte Graf Gabriel Serényi die Herrschaft, und nach dem Tod seines Sohnes Franz Josef Serényi ging sie an dessen Witwe Marie Magdalena aus dem Geschlecht der Thun-Hohenstein über.

Im Jahr 1938 wurde die damals mehrheitlich deutschsprachige Gemeinde im Zuge des Reichsgaues Sudetenland an das Dritte Reich angeschlossen. Am 5. Mai 1945 wurde Kunewald von der Roten Armee befreit. In der Folgezeit kam es zur Vertreibung der angestammten deutschen Einwohner. Im Jahr 1951 wurde im Ort eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet.

Im Mai 1999 ging das örtliche Schloss in den Besitz der Gemeinde über. Es ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Ortes und zählt zu den wertvollsten Barockschlössern in Nordmähren und Schlesien. In den Jahren 1726–1734 wurde es für die Gräfin Marie Eleonore von Harrach nach Plänen von Johann Lukas von Hildebrandt erbaut. Der Architekt entwarf unter anderem auch das berühmte Wiener Belvedere sowie zahlreiche Wiener Palais. Unter aufgeklärten adligen Besitzern erlebte das Barockschloss an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert seine Blütezeit.  Sie errichteten hier eine der modernsten Bildungseinrichtungen des damaligen Mitteleuropas, die auch der spätere Historiker und Politiker František Palacký besuchte. Zu den weiteren bedeutenden Denkmälern der Gemeinde gehören die Kirche zur Kreuzerhöhung und die Gruft der Familie Fürstenberg.

Kunewald ist mit einer Reihe bedeutender Persönlichkeiten verbunden, von denen viele als Exulanten der Herrnhuter Brüdergemeine angehörten. Zu ihnen zählt beispielsweise Rosina Schindler (1704 Kunewald – 1753 Marienborn). Eine weitere bedeutende Persönlichkeit war Anna Nitschmann (1715 Kunewald – 1760 Herrnhut), ebenfalls eine Exulantin, die als Dichterin und Missionarin der Brüdergemeine wirkte. Zu den namhaften Persönlichkeiten gehört auch Anna Schindler (1713 Kunewald – 1739 Marienborn), eine Exulantin, die als Generalälteste der Gemeinde aktiv war und Ehefrau von Leonhard Dober wurde.

Detailliertere Informationen zur Geschichte der Gemeinde finden Sie hier: https://www.kunin.cz/obec/o-obci/historie/


Autoren

Unvollendet
Emil Hausotter

Geburtsdaten
1854
Kunewald

Sterbedaten
21.06.1944
Kunewald

Karl Josef Jurende

Geburtsdaten
23.04.1780
Spachendorf

Sterbedaten
24.01.1842
Brünn

Unvollendet
Ewald Jahn

Geburtsdaten
06.12.1920
Kunewald

Unvollendet
Otto Krön

Geburtsdaten
30.04.1888
Kunewald

Sterbedaten
14.05.1918
Grigno