Hof
Die Besiedlung von Hof ist bereits für das 12. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Kolonisation des Grenzraums zwischen dem heutigen Mähren und Schlesien belegt, wobei die Lage an einer Handelsstraße zwischen Olmütz und Troppau eine zentrale Rolle spielte. Im 13. Jahrhundert gelangte das Gebiet unter den Einfluss des Adelsgeschlechts der Sternberger, das die administrativen und wirtschaftlichen Verhältnisse konsolidierte und die Entwicklung der Siedlungsstruktur förderte.
Die erste schriftliche Erwähnung von Hof stammt aus dem Jahr 1339, in der ein örtlicher Pfarrer genannt wird. Bereits 1363 werden Hof als Stadt bezeichnet, was die Existenz städtischer Rechte sowie eines gewissen Maßes an Selbstverwaltung belegt. Die mittelalterliche Entwicklung war durch häufige Besitzerwechsel der Herrschaft sowie durch die schrittweise Festigung der administrativen Bedeutung des Ortes geprägt. Einen einschneidenden Einschnitt stellte der Dreißigjährige Krieg dar, der zu wirtschaftlichem Niedergang und erheblichen Schäden an der Bebauung führte. Weitere schwere Belastungen ergaben sich im 18. Jahrhundert durch die Schlesischen Kriege, in deren Verlauf die Region unter Truppendurchzügen und militärischen Requisitionen litt.
Zu einer erneuten wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt kam es ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der sich entfaltenden Leinenweberei. Dieser Aufschwung setzte sich im 19. Jahrhundert fort; in den 1870er Jahren waren in Hof bis zu zweitausend Webstühle in Betrieb. Im Jahr 1890 wurde die erste Textilfabrik gegründet. Neben der Textilproduktion entwickelte sich auch die Holzverarbeitung, und 1891 entstand eine Möbelfabrik. Nach der Aufhebung der Patrimonialverwaltung im Jahr 1849 wurde Hof Sitz eines Gerichtsbezirks, der zunächst dem Bezirk Sternberg und ab 1909 dem Bezirk Bärn zugeordnet war. Im Jahr 1851 wurde zudem ein Steuer- und Grundbuchamt eingerichtet. Bereits 1847 entstand ein Postamt. 1886 wurde in Hof eine gewerbliche Fortbildungsschule gegründet, und 1891 folgte die Einrichtung einer Bibliothek.
Im 20. Jahrhundert setzte sich die industrielle Entwicklung fort, insbesondere in der Textilproduktion, die den wirtschaftlichen Charakter von Hof bis in die Neuzeit maßgeblich prägte.
Die Quelle: https://www.obecdvorce.cz/obec/zakladni-informace/historie/kronika-obce/