Quido Glück


Unvollendet
Geburtsdaten
07.01.1882
Barco (Italien)
Sterbedaten
18.08.1945
Brünn

Verbindungen
Hans Demetz

Der Brünner Autor, Redakteur, Regisseur, Dramaturg und Herausgeber gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den profilierten Persönlichkeiten des Kulturlebens seiner Heimatstadt und war ein charakteristischer Vertreter der intellektuellen, auf deutsch-tschechischen Ausgleich bedachten deutschmährischen Minderheit.

Bereits als Student publizierte Glück in der Brünner Zeitschrift „Deutsche Feierstunden“, die als Beilage zum „Deutschen Blatt“ erschien, literaturhistorische Essays, Kritiken und gemütvoll zeittypische Gedichte, die heute vergessen sind und als charakteristische Zeugnisse des geistig-kulturellen Klimas der bürgerlichen Welt der Jahrhundertwende gelten können. 1912 erschien Guido Glücks erster Roman Der goldene Boden, der wie auch seine anderen literarischen Arbeiten vornehmlich lokale Thematiken behandelte.

Einen entscheidenden und prägenden Einschnitt erfuhr Guido Glücks Leben 1918 durch die Gründung der „Deutsche(n) Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst in Brünn“; diese war eine beispielhafte Institution für die zahlreichen deutschen Kulturvereine in Mähren.

Werke

Jahr der Publikation
Allerheiligen - Für das neue Blatt 1899
Paul Heyse - Ein Gedenkblatt 1900
In treuer Hut. Die Rose 1901
Alldeutsch 1901
Einer jungen Frau 1901
Freiheitslied 1901
Auf der Straße 1901
Poetenreich 1901
Der Lenzdichter 1901
Thränen 1901
Ein Grab 1901
Erinnerung 1901
Wir drei - Meinen Eltern zugeeignet 1901
Lebenshunger 1901
Die Mutter 1902
Selbst! 1902
Jugend 1902
Goethes Lieder 1902
Meine Lieder 1902
Die letzte Wolke 1902
Zwei Frauen. Die Neuen. Mein erste Lied 1902
Frühling im Stadtpark. Parkmusik. Drei Schwestern. Nachts 1902
Geschwister 1902
Im Frühlingsschauer 1902
Zufallswellen 1902
Goethe's Briefe und Viererzug 1902
Savanarola 1902
Deutschland und Er und Sie 1902
Kotzebues „Schutzgeist“ und seine Bearbeitung durch Goethe 1907
Kotzebues „Rudolf von Habsburg“- Drama 1910
Der goldene Boden 1912
Das törichte Herz 1913
Kunstkritik 1914
Neue Bücher 1914
Der einsame Weg (Rezension des Schauspiels von Artur Schnitzler) 1914
Österreicher (Rezension des Romans von Robert Hohlbaum aus dem Jahre 1906) 1914
Spielzeug 1914
Der weite Weg 1915
Weltbürgertum 1918
Ikdar 1919
Lesebuch für deutsche Mittelschulen 1922
Die Wunderblume 1924
Narren des Lebens 1927
Anteil und Schicksal 1928
Von unseren deutschen bildenden Künstlern in Mähren-Schlesien 1929
Die Liebesabenteuer des Johann Caspar Goethe 1930
Goethes Dramaturgie 1932
Ein Goethe-Brief
Moritz Gottlieb Saphir: Ausgewählte Werke

Forschungsliteratur

Mareček, Zdeněk: Ein gerechter Kampf für nationale Interessen? Zu zwei Romanen der Brünner Autoren Karl Wilhelm Fritsch und Guido Glück. In: Brünner Beiträge zur Germanistik und Nordistik. Masarykova univerzita, Brno 1998, S. 57 - 72, bes. 65f.
Müller, Dora: Erinnerungen an Guido Glück. Mit der Ziehharmonika. In: Literatur - Widerstand - Exil. 15 Jg., Nr. 2 (Juli 1998), S. 46f.
Romel, Otto: Das törichte Herz. Novellen von Guido Glück. In: Deutschmährische Volkszeitung, Nr. 3. (1914).