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Kojetein, älter auch Kogetein


Historiker wussten lange Zeit nicht, wann die Stadt Kojetein gegründet wurde. Obwohl mehrere Dokumente aus dem 11. und 13. Jahrhundert erschienen sind, in denen Kojetein erwähnt wird, ist ihre Wahrhaftigkeit fraglich. Neuste historische Forschungen behaupten, dass die erste schriftliche Erwähnung der Stadt aus dem Jahr 1233 stammt. Am Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts gehörte Kojetein zusammen mit einigen umliegenden Dörfern dem Bistum Prag bis zur hussitischen Bewegung im 15. Jahrhundert, als die Stadt von Hussiten erobert und besetzt wurde. Kojetein wurde nach dem Ende der hussitischen Bewegung Georg von Sternberg versetzt. Im Laufe der Jahre wurde die Stadt im 15. Jahrhundert oft versetzt und die Besitzer wechselten sich mehrmals. 

Das Herrschaftsgut Kojetein und die Stadt selbst erfahren eine große Entwicklung unter den Herren von Pernstein. Sie versuchten möglichst viel Nutzen von ihrem Herrschaftsgut zu haben und achteten daher auf die Entwicklung des Handwerks (vornehmlich Weberei, Schuhmacherei), Handels und Untertanenlandwirtschafts. Sie kannten sich in der Landwirtschaft aus, führten neue Methoden in der Wirtschaftsführung und betrieben Unternehmen (Teiche, Brauereien, Mälzereien, Hütten usw.). Die Erteilung des Jahresmarktrechts in 1523 trug zur Entwicklung des Handels bei. 

Der Dreißigjährige Krieg betraf auch Kojetein. Im Juni 1643 fielen schwedische Soldaten in die Stadt ein und plünderten sie aus. Die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung wurde für lange Zeit gestoppt, auch aufgrund der darauffolgenden Pest und häufiger Brände. 

Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts gab es einen jahrzehntelangen Streit zwischen dem Erzbistum Prag und der Herrschaft von Kojetein um das Schutzrecht über die Stadt und das Herrschaftsgut. 1720 gehört das Herrschaftsgut wieder dem Erzbistum Prag. 1735 brannte die ganze Stadt nieder und einige Jahre später wurde sie von den Prußen geplündert. 1750 wurden Kojetein die Stadtprivilegien endlich erteilt.  

Im 19. Jahrhundert stieg die Bevölkerungszahl. In der überwiegend landwirtschaftlich geprägten Stadt spielen auch die Errichtung einer Zuckerfabrik, Brennereidie Errichtung des Eisenbahnknotens Prerau-Brünn und die damit verbundene Einwanderung der Bevölkerung eine wichtige Rolle. 

Wichtige Persönlichkeiten der Stadt sind der Barockmaler und Freskant Franz Anton Sebastini, Priester und Historiker Beda Dudík und österreichischer Autor Alexander Niklitschek.


Autoren

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Beda Dudík

Geburtsdaten
29.01.1815
Kojetein, älter auch Kogetein

Sterbedaten
18.01.1890
Stift Raigern bei Brünn