Schmid-Braunfels Josef


Unvollendet
Pseudonym
Freidank
Geburtsdaten
29.11.1871
Braunseifen
Sterbedaten
22.11.1911
Braunseifen

Verbindungen
Ottokar Stauf von der March

Josef Schmid ist einer der vielen Schriftsteller und Intellektuellen der deutschen Sprache, die mit dem mährischen und schlesischen Gebiet verbunden werden. Schmid wurde im Jahre 1871 in einer kleinen Stadt Braunseifen geboren, die heutzutage Rýžoviště genannt wird.  Im Jahre 1880 lebten hier 2540 Bewohner, wovon 2536 deutschsprachig und 3 Bewohner tschechischsprachig waren. Schmid, der sich später von den vielen literarisch tätigen Schmids absondern wollte, entschied sich einen zweiten Nachnamen Braunfels zu verwenden. Er war ein von den fünf Kindern eines praktischen Arztes Josef Schmid und Marie Langer. Nach der Absolvierung der malotriedna škola in seiner Geburtsstadt und im naheliegenden Rýmařov (Römerstadt), fing der junge Schmid an, am Gymnasium in Bruntál zu studieren. In dieser Zeit betraf die Familie Schmid plötzlicher Tod des Vaters. Trotz wesentlicher finanziellen Problemen schließt Schmidt im Jahre 1889 sein Studium am Gymnasium ab. Noch im Herbst desselben Jahres verlässt Schmid Heimat und zieht nach Wien, wo er die Vorlesungen an der Militär-Veterinär-Akademie besucht. Ein enger Freund von Schmid, der Schriftsteller Ottokar Stauf von der March, schreibt in einem Aufsatz, dass sich der junge Schmid für diesen Beruf sehr wahrscheinlich aus pragmatischen Gründen entschlossen hat: „er könnte hoffen, dass bei dem Mangel an Militärveterinären er bald nach dem Abschluss des Studiums einen guten Beruf finden wird, und wird imstande sein, seine Geschwister zu unterstützen.“

Schon während seiner Studien in Wien, veröffentlichte Schmid seine erste literarische Versuche. In der Stadt der Kultur trat er ebenfalls in Kontakt mit dem Theater, das zu seiner Leidenschaft geworden ist. Nichtsdestotrotz scheint es aber, dass die Großstadt den jungen Dichter nicht besonders bezauberte und lockte. Dem „großen Steinhaufen einer Milionstadt“,  wo sich Prächtigkeit mit dem Elend trifft, zog Schmid die Einfachheit, das Dorf und Aufenthalt in den Gebirgen vor. Schmid war nämlich auch ein leidenschaftlicher Wanderer. In Wien hat sich der junge Schmid mit dem jungen Kollegen – Schriftsteller Stauf von March befreundet. Unter dem Einfluss der Theaterbesuchen in Wien und dank anregender Debatten mit seinem Freund arbeitete Schmid an seinem Drama Fünftes Gebot. Beide begeisterten Freunde veröffentlichen ihre Gedichte und Erzählungen in den Zeitschriften Deutscher Dichterheim und Neue literarische Blätter. Ihre Beiträge wurden auch in einer der damalig prominentesten Literaturzeitschriften Gesellschaft abgedruckt, die die Schriftsteller der naturalistischen Generation vereinigte. Stauf von der March erinnert sich, wie er mit dem Freund Schmid im bekannten literarischen Wiener Kaffeehaus bei solchen Autoren  wie Karl Kraus oder Detlev Liliencron zu sitzen pflegte. In Wien gehörte Schmid auch zur gewöhnlichen Tischgesellschaft, die aus den Gebürtigen aus Braunseifen bestand. Literarisch bearbeitet und abgebildet hat Schmid diese lustige Gesellschaft in seiner Erzählung Bei der Mutter drhäm (U maminky doma). Nach dem Erwerben des Arztdiploms am Ende des Jahres 1892 hat sich Schmid trotz seines Wunsches, am Lande zu leben, entschlossen, in Wien zu bleiben und als Praktikant zu arbeiten. Aufwendigkeit der veterinärischen Praxis erschütterte aber nach einigen Jahren des Ausübens Schmids Gesundheit. „Od rozbřesku až do noci být na bryčce, jednou na jatkách, jindy na inspekci u všech těch řezníků a to ve velmi rozsáhlém okrsku – to nelze nazvat jinak, než to nazval sám Schmid, tedy  ‚týrání člověka‘. K tomu navíc musel tehdejší veterinář pro nedostatek odborníků zaskakovat za tři (…). Diese Kraftanspannung und Belastung erklärt meiner Meinung nach“ schreibt Stauf von der March „dass er später auch weniger schrieb und publizierte.“  Im Jahre 1893 verabschieden sich die Freunde und Schmid rückt als einjähriger Freiwilliger ein. Básník se ale neustále obíral mnoha literárními plán und suchte nach Themen für vorgesehene Romane und Erzählungen. Im Jahre 1901 begründete Strauf von der March mit seinem Freund Schmid eine literarisch-kritische Zeitschrift Neue Bahnen (Nové cesty). Für diese Zeitschrift, die die deutschen Nationalinteressen in Osterreich-Ungarn repräsentierte, schrieb Schmid unter dem Pseudonym „Freidank“ nicht nur politische Kometare, sondern auch Theaterkritiken.

In dieser Zeit der erhöhten künstlerischen Interesse entstand die Mehrheit der Schmids Arbeiten, wie z.B. das Erzählungsbuch  Bei der Mutter drhäm (1903) oder Drama Der Freihof (1904), die sich im nordmährischen Dorfe abspielt.

Im Jahre 1904, erinnert sich der Freund Stauf von der March, sonderte sich Schmid langsam von den abendlichen Begegnungen in Cafehäuser ab. Schmid wurde von einer Augenerkrankung betroffen und seit diesem Zeitpunkt begleiteten Schmid ernste Gesundheitsprobleme. Im Jahre 1909 wirkte sich höchstwahrscheinlich eine erbliche Herzkrankheit aus. Krankheitskomplikationen, die dieser Krankheit folgten, fesselten ihn an den Rollstuhl. Der Dichter hat deshalb diese Jahre in einer Abtrennung in seiner Geburtsstadt verbracht und hat am Buch von der Geschichte der Braunseifen gearbeitet Geschichte der Stadt Braunseifen (1910). Im Jahre 1911 schreibt Schmid seinem Freund "Měl bych ještě několik velkých plánů, už ale nic z toho neuskutečním. Jestli vůbec něco, čeká už mě jen pár let chřadnutí.“ Physisches Leiden, das durch die schwere Krankheit verursacht wurde, dauere Monate und am Ende des Jahres 1911 wurde Schmid pensioniert. Schmid ist am 22. November 1911 gestorben, eine Woche von seinem vierzigen Geburtstag und wurde am Friedhof in Braunseifen begräbt. Seine publizierte Werke zeugen von einer realistischen Betrachtung der Welt und sozialem Mitgefühl. In seinen Erzählungen bildet Schmid das Heimatsland ab und seine ausgeprägte Charaktere ab. Typisch für sie ist ein humoristischer Ton. Die Beziehung zum Heimatsland deutet auch der Fakt an, dass die Erzählungen sehr oft im Landesdialekt geschrieben werden. Im Jahre 1913 gab Stauf von der March zu Ehren seinem Freund eine Auswahl aus Schmids Gedichten, Erzählungen und Dramen heraus (Josef Schmid-Braunfels: Ausgewählte Schriften).

Werke

Jahr der Publikation
Bei der Mutter drhäm 1903
Der Freihof 1904
De Nopperskinder und andere Geschichten 1906
Geschichte der Stadt Braunseifen 1910
Ausgewählte Schriften 1913

Forschungsliteratur

Vierhaus, Rudolf (Hg.): Deutsche biographsiche Enzyklopädie. 2. Auflage. Saur, München 2008.
Motyčka, Lukáš: Rýžovišťský spisovatel Josef Schmid-Braunfels. In: Rýmařovský horizont 7/2013, s. 16.