Gaya


Gaya ist eine Stadt in der Region Südmähren. Derzeit hat sie mehr als 10 000 Einwohner. Sie liegt 40 Kilometer südöstlich von Brünn und 18 Kilometer nördlich von Göding. Durch die Stadt fließt der kleine Fluss Kyjovka, auch Stupava genannt. Gaya ist vor allem ein Zentrum der Kultur und Folklore. Die bekannteste und bedeutendste Veranstaltung ist das Folklorefestival Slovácký rok, das alle vier Jahre stattfindet.

Obwohl die erste urkundliche Erwähnung von Gaya aus dem Jahr 1126 stammt, war das Gebiet, über das sich die Stadt heute erstreckt, bereits in der Urzeit besiedelt. Davon zeugen archäologische Funde aus dem Paläolithikum, Neolithikum, Äneolithikum, der Bronze- und Eisenzeit, der Römerzeit sowie der Völkerwanderungszeit; auch eine slawische Besiedlung ist belegt.

In den Jahren 1126–1539 gehörte Gaya zum Kloster Hradisko bei Olmütz. Dieses hatte es als Schenkung vom Olmützer Fürsten Wenzel erhalten. Im 12. Jahrhundert trug vor allem Abt Michal, der an der Spitze des Klosters Hradisko stand, maßgeblich zur Entwicklung von Gaya bei. Er ließ in Gaya eine romanische Steinkirche errichten, die dem Heiligen Martin, dem Schutzpatron der Märkte und entstehenden Städte, geweiht war. Die Prämonstratenser, die das Kloster nach den Benediktinern besaßen, gründeten einen neuen Marktplatz, dessen Fläche und Form sich in Form des heutigen Stadtplatzes erhalten haben. Seit 1201 wird Gaya bereits als Städtchen bezeichnet. Im Jahr 1284 erteilt König Wenzel II. die Zustimmung zu seiner Befestigung. Der Marktplatz und die angrenzenden Straßen wurden durch eine Palisade, einen Wall und einen Wassergraben umgeben. Im 14. Jahrhundert gerät das Kloster in finanzielle Schwierigkeiten, weshalb Gaya zum ersten Mal verpfändet wird.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Gaya bereits ein bedeutendes Zentrum der Region. Im Jahr 1515 verlieh Wladislaw Jagellone Gaya das Recht, mit rotem Wachs zu siegeln, und in dem zu diesem Anlass erlassenen Privileg wird Gaya als Stadt bezeichnet. Im Jahr 1539 verkaufte das Kloster die Stadt. Neuer Besitzer wurde der mährische Landvogt Jan Kuna von Kunstadt. Nach seinem Tod fiel Gaya an seine Söhne, doch diese verpfändeten es zunächst und verkauften es schließlich an Jan Kropáč z Nevědomí na Litenčicích. Gegen Kropáč bildete sich in der Stadt eine Opposition unter der Führung von Václav starší Bzenecký, die sich an König Ferdinand I. wandte, um Schutz gerade vor Kropáč zu erbitten. Am 11. Mai 1548 erhielt der König die Bitte, die Einwohner von Gaya als Untertanen seiner Kammer aufzunehmen, unter der Bedingung, dass die Einwohner selbst Kropáč den Betrag zurückzahlen, den er für die Stadt gezahlt hatte. So geschah es auch, und am 18. August 1548 erhielten die Einwohner von Gaya durch eine Urkunde das königliche Versprechen, dass die Stadt niemals wieder verpfändet oder verkauft werden würde.

Im Jahr 1710 kamen die ersten Kapuziner nach Gaya. Dank ihres Einsatzes und des Vermächtnisses von Johann Adam Andreas von Liechtenstein wurde zwischen 1713 und 1720 auf dem Marktplatz eine neue Kirche errichtet. Nach vorheriger Zustimmung von Maria Theresia wurden 1760 nach Gaya die Piaristen berufen, die dort eine Unterstufe des lateinischen Gymnasiums gründeten; dieses wurde jedoch in den Jahren 1774–1775 infolge einer Schulreform aufgelöst. Die Wiedereröffnung des Gymnasiums erlebte Gaya erst im 19. Jahrhundert, und heute ist das Klvaňa-Gymnasium dessen Nachfolger.

In den Jahren 1784–1848 wuchs Gaya räumlich dank der guten wirtschaftlichen Lage. Im Jahr 1844 eröffnete Fürst Hugo Salm-Reifferscheidt in der Stadt eine Braunkohlebergwerke. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt setzte sich auch nach 1850 fort, als Gaya zum Sitz der Bezirksverwaltung und des Gerichtsbezirks wurde. Im Jahr 1858 gründete in Gaya Fürst Salm-Reifferscheidt noch eine Glasfabrik. Diese ging 1878 nach einem großen Brand unter, doch 5 Jahre später errichtete die Firma Samuel Reich und Co. eine neue Glasfabrik. Zunächst wurde hier Flachglas hergestellt, nach und nach ging man auf Verpackungsglas über. Dieses wird hier bis heute hergestellt.

Die Entwicklung der Stadt wurde durch die nationalsozialistische Besatzung für sechs Jahre unterbrochen. Auch die Bürger von Gaya zahlten mit ihrem Leben den Preis des Krieges. Viele von ihnen waren Mitglieder des Widerstands, andere kehrten nicht aus den Konzentrationslagern zurück oder fielen auf den Schlachtfeldern. Die Juden von Gaya mussten für die nationalsozialistische Rassenhasspolitik büßen. Nur wenige von ihnen kehrten aus den Vernichtungslagern zurück. Gaya wurde am 28. April 1945 von rumänischen Truppen befreit.

Quelle:

https://www.mestokyjov.cz/o-kyjove

 

Die Persönlichkeiten, die in Gaya wirkten oder geboren wurden, sind z.B. Jarmila Bednaříková (*1952) – Historikerin und Schriftstellerin, Karl Dittler (1910-1984) – Theaterleiter und Dramatiker, Rudolf Hurt (1902-1978) – Archivar und Historiker, Sergěj Ingr (1894-1956) – tschechoslowakischer General und Minister der Exilregierung, Ivan Jelínek (1909-2002) – Journalist, Schriftsteller und Dichter, Miroslav Skála (1924-1989) – tschechischer Schriftsteller und Journalist, Hugo Sonnenschein (1889-1953) – Schriftsteller und Ottokar Hans Stoklaska (1852-1934) - Dramatiker.


Autoren

Therese Krones

Geburtsdaten
07.10.1801
Freudenthal

Sterbedaten
28.12.1830
Wien

Unvollendet
Johann Carl Ratzer

Geburtsdaten
10.12.1802
Bystritz am Hostein

Sterbedaten
11.11.1863
Brünn

Hugo Sonnenschein

Geburtsdaten
25.05.1889
Gaya

Sterbedaten
20.07.1953
Mürau

Unvollendet
Leo Heidrich

Geburtsdaten
13.11.1884
Gaya

Sterbedaten
1961
Wien

Unvollendet
Josef Klvaňa

Geburtsdaten
22.01.1857
Wien

Sterbedaten
13.08.1919
Gaya

Ottokar Hans Stoklaska

Geburtsdaten
23.06.1852
Gaya

Sterbedaten
07.09.1934
Wien