Trebitsch
Die Stadt Třebíč liegt in der Region Vysočina an beiden Ufern des Flusses Jihlava. Die Anfänge ihrer Geschichte reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück, als mährische Fürsten hier ein Benediktinerkloster gründeten. Dieses Ereignis trug maßgeblich zur Entwicklung Třebíčs als religiöses und kulturelles Zentrum bei. Etwa einhundertfünfzig Jahre nach der Gründung des Benediktinerklosters entstand die romanisch-gotische Basilika des Heiligen Prokop, die heute gemeinsam mit dem jüdischen Viertel und dem jüdischen Friedhof zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
Die Geschichte der Stadt ist lang und vielschichtig. Im Jahr 1468 wurde Třebíč nahezu vollständig zerstört, während sie in anderen Epochen eine Phase des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs erlebte, etwa vor der Schlacht am Weißen Berg, als sie ein bedeutendes Zentrum der Böhmischen Brüder war. Im 19. Jahrhundert wandelte sich Třebíč infolge der fortschreitenden Industrialisierung; in dieser Zeit wurde auch ein Gymnasium gegründet.
Dank der UNESCO-Denkmäler besitzt Třebíč nicht nur innerhalb der Region Vysočina und der Tschechischen Republik, sondern auch im internationalen Kontext große Bedeutung. Das einzigartig erhaltene jüdische Viertel sowie die Geschichte und Architektur der Stadt sind bis heute stille Zeugnisse des christlich-jüdischen Zusammenlebens.
Zu den bedeutenden Persönlichkeiten aus Třebíč zählen unter anderem Antonín Kalina, der als Häftling im Konzentrationslager Buchenwald das Leben von mehr als neunhundert jüdischen Kindern rettete, sowie der österreichische Rabbiner Rudolf Kurrein.
Mit der Stadt war durch sein Leben und Wirken auch die Persönlichkeit Hubert Nerad eng verbunden.