Fritz Beer


Pseudonym
K. Friedrich
Geburtsdaten
25.08.1911
Brünn
Sterbedaten
02.09.2006
London

Verbindungen
Louis Fürnberg

Gebiete
Brünn

Fritz Beer wurde in eine liberale jüdische Familie geboren, später bekannte er sich zu einer atheistischen Anschauung. In Brünn besuchte er das Realgymnasium und die Handelsakademie, später studierte er an den Universitäten in Dijon, London und Cambridge, jedoch ohne Abschluss. In der Zwischenkriegszeit war Beer ein aktiver Kommunist. Im Jahre 1939 floh er nach England. In London war er Mitglied des deutschen PEN-Clubs im Exil, nach dem Krieg wurde er dessen Präsident. Beer war auch beim BBC als Redaktor tätig. Ein großer Teil seiner Familie wurde von den Nazis ermordet. Beer starb nach langer Krankheit 2006.

Die Werke des Journalisten, Essayisten und Schriftstellers Fritz Beer bilden einen bedeutsamen Teil der politischen Publizistik. Er selbst ist meistens der Erzähler seiner Prosa. In Beers autobiographischem Werk Hast Du auf Deutsche geschossen, Grandpa? (1992) setzt er sich mit dem Kommunismus und mit der „Entmenschlichung“ auseinander. In dem Erzählband Kaddisch für meinen Vater (2002) wird der moralische Zwiespalt seiner Verwandten in der Kriegszeit beschrieben.

Werke

Jahr der Publikation
Schüsse im Morgengrauen 1932
Schwarze Koffer 1934
Im Morgengrauen 1941
Retreat in France 1942
Das Haus an der Brücke 1949
Die unvollendete Losung 1967
Der Fall CSSR. Strafaktionen gegen einen Bruderstaat. Eine Dokumentation 1968
Die Zukunft funktioniert noch nicht 1969
Der Schwarze Ochse 1978
Hast Du auf Deutsche geschossen, Grandpa? 1992
Rückblick auf die Zukunft 1993
Exil ohne Ende 1994
Berthold Viertel bei der BBC. Meine Erinnerung 1998
Kaddisch für meinen Vater 2002
Neue Männer im Hradschin. Zehn Wochen, die die Tschechoslowakei erschütterten.
Englische Fassung – Ten Weeks that shook Czechoslovakia

Forschungsliteratur

Becher, Peter. Jüdischer Friedhof in Brünn. In Ders.: Zwischen München, Prag und Wien. Essays und Feuilletons. Schriftenreihe des Adalbert-Stifter-Vereins, München 1995.
Beck, Miroslav/Veselý, Jiří (Hrsg.): Exil und Asyl. Antifaschistische deutsche Literatur in der Tschechoslowakei 1933-1938. Volkseigener Verlag Volk u. Wissen, Berlin 1981, Biographie F. B. auf S. 322.
Blumesberger, S. /Doppelhofer, M. /Mauthe, G. (Hrsg.): Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18.- 20. Jahrhundert. Publikation der Österreichischen Nationalbibliothek. München K. G. Saur 2002. Bd. I, Art. 651, S. 85.
Bolbecher, Siglinde/Kaiser, Konstantin: Lexikon der österreichischen Exilliteratur. Deuticke, Wien 2000. S. 71f.
„Über Anstand und Politik“ – Interview von F. B. mit Jozo Džambo. In: Stifter Jahrbuch, Neue Folge, Bd. 15, 2001, S. 120-137.
Fürnberg, Louis: Briefe 1932-1957. Hrsg. im Auftrag der Akademie der Künste der DDR von Lotte Fürnberg und Rosemarie Poschmann. Aufbau, Berlin/Weimar 1986. Bd. I, S. 14, 60
Haackerm, Christoph: Ein ketzerischer „Grandpa“. Zum 90. Geburtstag des Schriftstellers und Journalisten Fritz Beer. In: Zwischenwelt (Wien), 18. Jg., Nr. 4, Februar 2002. S. 25-28.
Harpprecht, Klaus: Stich im Gewissen. Der PEN-Club deutscher Autoren im Ausland löst sich auf. In: Die Zeit. März 2002.
Heuer, Renate: Bibliographia Judaica. Verzeichnis jüdischer Autoren deutscher Sprache. Bd. I: A-K. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1982. S. 22.
Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Veröffentlichung des Archivs Bibliographie Judaica. Bd. I: A-Benc. München/London/New York/Paris K. G. Saur 1992ff.S. 441f.
Deutsches Literaturlexikon. Biographisch-Bibliographisches Handbuch. Begründet von Wilhelm Kosch. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Hrsg. Von Heinz Rupp (Mittelalter) und Carl Ludwig Lang (Neuzeit). Francke, Bern/München 1968ff.
Deutsches Literatur-Lexikon. Biographisch-bibliographisches Handbuch. Das 20. Jahrhundert. Begr. von Wilhelm Kosch. Hrsg. von Konrad Feilchenfeldt. II. Band: Bauer-Ose – Björnson. K. G. Saur, Bern/München 2001.
Wolfgang Krämer/Gerhard Müller: Der Gegen-Angriff. Prag/Paris 1933-36. Autoren-, Personen- und Sachregister. Mit Beiträgen von Bruno Frei. Worms Verlag Georg Heintz, 1982.
Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. Diverse Jahrgänge, zuletzt 62. Jg. 2000/2001. Bd. I: A-Q. K. G. Saur, München/Leipzig 2001.S. 57.
Mannheimer, Max: Ein Blick nach Mähren. Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung des Adalbert Stifter Vereins „Verwehte Spuren – Deutschsprachige jüdische Schriftsteller aus Mähren“ im Sudetendeutschen Haus, München, am 6. Februar 2001. In: Stifter Jahrbuch. Neue Folge, Bd. XV, (2001), S. 113-119.
Mareček, Zdeněk: Verwehte Spuren/Zaváté stopy. Deutschsprachige jüdische Schriftsteller aus Mähren/Židovšti spisovatelé německého jazyka z Moravy. Mit einer Einführung von Zdeněk Mareček. Adalbert Stifter Verein, München 2000. S.
Meinhold, Gottfried: Laudatio auf Fritz Beer. Anläßlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft im Collegium Europaeum Jenense. In: Edwin Kratschmer (Hrsg.): Literatur und Diktatur. Internat. Autorencolloquium Kunst + Freiheit/Literatur + Diktatur, 14.-16. November 1997 an der Fridrich-Schiller-Universität Jena. Collegium Europaeum Jenense, Jena 1997. S. 25-33.
Reinfrank-Clark, Karin (Hrsg.): „Ach, Sie schreiben deutsch?“ Biographien deutschsprachiger Schriftsteller des Auslands-PEN. Bleicher, Gerlingen 1986. S. 28.
Röder, Werner/Strauss, Herbert A. (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Bd. I: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. K. G. Saur, München 1999. S. 45.
Seeber, Ursula (Hrsg.): Die Zeit gibt die Bilder. Schriftsteller, die Österreich zur Heimat hatten. Fotografiert von Alisa Douer. Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur, Wien 1992. S. 16.
de Siati, Giuseppe/Ziemke, Thies (Hrsg.): Prag – Moskau. Briefe von und an Wieland Herzfelde 1933-1938. Neuer Malik Verlag, Kiel 1991. S. 101 u. S.171f.
Stern, Desider: Werke von Autoren jüdischer Herkunft in deutscher Sprache. Eine Bio-Bibliographie. Selbstverlag, 2. Wien 1969.
Westphal, Uwe: Wider die amorphe Selbstgefälligkeit. In: Kretschmar, Kunst und Freiheit, S. 18-21.
Wlaschek, Rudolf M.: Biographia Judaica Bohemiae. Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund. Reihe B, Bd. 52. Dortmund 1995. S. 18.
Zwiener, Ulrich: An das Ehrenmitglied Fritz Beer. Kurzansprache anläßlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Collegium Europaeum Jenense. In: E. Kretschmar (Hrsg.): Kunst und Freiheit, S. 35.