Paul Engelmann


Unvollendet
Geburtsdaten
14.06.1891
Olmütz
Sterbedaten
05.02.1965
Tel Aviv

Verbindungen
Adolf Brecher
Max Zweig
Friedrich Pater

Paul Engelmann war eine vielseitig begabte Persönlichkeit. Er stammte aus einer bedeutenden intellektuellen jüdischen Familie aus Olmütz. Sein Abitur legte er an dem deutschen Gymnasium in Olmütz ab, danach studierte er Architektur in Wien.

Nach frühen dichterischen Versuchen befasste er sich mit Architektur, Philosophie, Psychologie und Politik. Er war Schüler und Mitarbeiter des Wiener Architekten und Architekturtheoretikers Adolf Loos, mit dem er gemeinsam einige Projekte umsetzte.

Er arbeitete auch mit dem österreichischen Literaturkritiker Karl Kraus zusammen und war ein Freund und Interpret des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Er ist der Autor verschiedener Aufsätze über Loos, Wittgenstein und Kraus. Im Essay Wittgenstein Kraus Loos vergleicht er die drei Giganten der Wiener Kultur.

Werke

Jahr der Publikation
Bericht zu Hebräisch-Sprachkursen in Olmütz unter der Rubrik „Korrespondenzen“ 1920
Geist und Gesellschaft 1944
Ein verfehlter Versuch 1945
Adolf Loos 1946
Die Sprache des Dichters 1949
Who was Ludwig Wittgenstein 1963
Speech and Action 1963
Freud and Jung 1964
Die seelische Valuta 1964
Die Rationalisierung 1965
Zum Andenken an den Rezitator Emil Stein 1965
Die unverstandene Botschaft des Satirikers Karl Kraus 1965
Letters from Ludwig Wittgenstein 1967
Dem Andenken an Karl Kraus 1967
Die Sprache des Dichters 1967
Die unverstandene Botschaft des Satirikers Karl Kraus 1967
Wittgenstein Kraus Loos 1967
Das Haus auf dem Michaelerplatz 1967
Ludwig Wittgenstein 1970
Gedanken

Forschungsliteratur

Motyčka, Lukáš/Opletalová, Veronika (Hgg.): Literární procházky německou Olomoucí/Literarische Wanderungen durch das deutsche Olmütz. Univerzita Palackého v Olomouci, Olomouc 2012.
Václavek, Ludvík: Der Engelmann-Kreis in Olmütz. In: Schneider, Ursula A. (Hg.): Paul Engelmann (1891-1965). Architektur • Judentum • Wiener Moderne. Folio Verlag, Wien u. a. 1999, S. 79 ff. [Erwähnung Paters mit Kurzbiographie. Bemerkungen zu Paters Theorie des Komischen und Über Sprache und Kunst.]
Janik, Allan: Drei Mährische Weltbürger: Paul Engelmann, Friedrich Pater, Johannes Oesterreicher. In: Mährische Deutschsprachige Literatur. Eine Bestandsaufnahme. Beiträge der internationalen Konferenz. Olmütz. 25.-28.4.1999. Univerzitní nakladaelství, Olomouc 1999, S. 72 ff. [Der Vortrag zeigt Verbindungen zwischen Engelmann, Pater und Oesterreicher und deren Wirken auf (Feststellung, dass Ludwig Wittgenstein kein Positivist war; Schluss-Botschaft der Innsbrucker Kulturzeitschrift Der Brenner; Erklärung des zweiten Vatikanums über die Juden) und unterstreicht damit die Bedeutung von interdisziplinärer und internationaler Forschung für ein besseres Verständnis von kulturhistorischen Zusammenhängen.]
Guttenbrunner, Michael/Schick, Paul: Dem Andenken Paul Engelmanns. In: Guttenbrunner, Michael u.a. (Hg.): Der Alleingang (Nr. 5, Wien Juli 1965), S. 1-2.
Benyoëtz, Elazar: In Memoriam Paul Engelmann. In: Benyoëtz, Elazar (Hg.): Dem Andenken an Karl Kraus. O. Kerry, Wien 1967, S. 55-58. (Kurzer Nachruf)
Šlapeta, Vladimír: Paul Engelmann und Jacques Groag, die Olmützer Schüler von Adolf Loos. In: Bauwelt (Heft 40, 1978), S. 1494-1501. (Biographische Skizze. Engelmanns als Architekt)
Warhaftig, Myra: Deutsches und österreichisches Architekturerbe in Israel. In: Kunst und Kirche (Nr. 4, 1986), S. 256-261. (Ein Abschnitt des Artikels ist eine biographische Skizze zu Paul Engelmann.)
Max Zweig: Lebenserinnerungen. Bleicher, Gerlingen 1987, S. 77, 157, 172 ff. (Erinnerungen Max Zweigs an seinen Tel-Aviver Wohnungspartner Engelmann)
McGuinness, Brian: Wittgensteins frühe Jahre. Suhrkamp, Frankfurt 1992. (Zahlreiche Erwähnungen. Engelmanns Bekanntschaft mit Wittgenstein)
Elazar Benyoëtz: Ein Bild, wie es im Buche steht. Max Zweig über Paul Engelmann. In: Reichmann, Eva (Hg.): Kritische Betrachtungen. o.V., St. Ingbert Röhrig 1995, S. 331-343 (Benyoëtz’ Korrektur von Zweigs Engelmann-Bild)
Wijdeveld, Paul: Ludwig Wittgenstein. Architekt. o.V., Wiese 1994, S. 47-61 (Ein Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit Paul Engelmanns Beitrag zum „Wittgenstein-Haus“.)
Graßhoff, Gerd /Lampert, Timm: Paul Engelmanns „Psychologie graphisch dargestellt“. Grazer Philosophische Untersuchungen. o.V., o.O. 1996/97, S. 25. (Wissenschaftlicher Aufsatz, der Paul Engelmanns Arbeit „Psychologie graphisch dargestellt“ in einen Zusammenhang mit Freuds Methode, psychische Erscheinungen räumlich darzustellen, und Wittgensteins Bildtheorie stellt.)
Schneider, Ursula A.: Paul Engelmann – Architektur, Judentum und Moderne zwischen Wien, Olmütz und Israel. In: Aschkenas. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden (Jg. 7. Heft 1). Böhlau Verlag, Wien u.a. 1997, S. 155-171. (Überblick über Paul Engelmanns Leben in Olmütz, Wien und Israel, seine Kontakte zu Karl Kraus, Adolf Loos und Ludwig Wittgenstein)
Leitgeb, Christoph: Engelmann erinnert sich nicht nur an Wittgenstein: Nationalitätenkampf, Assimilation und Philosophie in Olmütz nach dem Ersten Weltkrieg. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv. (Nr. 17, 1998), S. 32-46. (Anregende These des wissenschaftlichen Aufsatzes: Engelmanns Erinnerungen an Wittgenstein sollten durch die Schriften des Olmützer Philosophen Friedrich Pater gelesen werden.)
Schneider, Ursula A. (Hg.): Paul Engelmann (1891-1965). Architektur • Judentum • Wiener Moderne. Folio, Wien u.a. 1999. (Der Band umfasst Beiträge zu einem Engelmann-Symposium (Innsbruck, April 1997): Christoph Mader, Erhard Busek, Peter Kampits, Walter Methlagl, Allan Janik, Brian McGuinness, Ludvík Václavek, Vladimír Šlapeta, Ursula A. Schneider, Yehuda E. Safran, Elazar Benyoëtz. Er dient als Einführung in das Leben und Werk Engelmanns.)
Bakacsy, Judith (Hg.): Paul Engelmann und das mitteleuropäische Erbe. Der Weg von Olmütz nach Israel. Folio, Wien u.a. 1999. (Zweisprachiger Katalog (englisch/deutsch) zur gleichnamigen Ausstellung. Anhand von Bilddokumenten und Texten zeichnet der Katalog das Leben und Werk Paul Engelmanns eingebettet in den jeweiligen Kontext seiner Lebensstationen (Olmütz, Wien, Tel Aviv) nach.)
Bakacsy, Judith: Architektur – Sprache – Kritik. Paul Engelmann (1891-1965). Sein Weg von Olmütz über Wien nach Israel. In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv. (Jg. 1999 Nr. 18, April 2000. Innsbruck), S. 23-32. (Der Vortrag zeichnet ein Bild von Paul Engelmanns Verhältnis zur Architektur und Sprache und seine damit eng verbundene Einstellung zu Gesellschaftskritik und –reform.)
Bakacsy Judith u.a. (Hg.): Architecture • Language• Critique. Around Paul Engelmann. Edition Rodopi, Amsterdam u.a. 2000. (Studien zur Österreichischen Philosophie 31. Paul Engelmanns Leben und Werk bildet den Rahmen, um Verbindungen zwischen Architektur, Sprache und Kulturkritik herzustellen. Der Band umfasst Beiträge zu einem Engelmann-Symposium (Aarhus, 1999): Anne-Louise Sommer, Judith Bakacsy, Allan Janik, Kasper Nefer Olsen, Niels Albertsen, Paul Wijdeveld, Nana Last, Jean-Pierre Cometti, Anders V. Munch, Leslie van Duzer, Kent Kleinman.)
Warhaftig, Myra: Paul Engelmann. In: Sie legten den Grundstein. Ernst Wasmuth, Tübingen u.a. 1996, S. 252-261. (Biographische Skizze)

Dokumente

Paul Engelmann (Autor: Pavel Zatloukal, Historica 2019/2)