Emil Hadina


Unvollendet
Geburtsdaten
16.11.1885
Sterbedaten
16.08.1957
Ingolstadt

Verbindungen
Johann Gabriel Anderle

Der in Wien geborene Emil Hadina fühlte sich in Troppau zu Hause. Nach Troppau zog er 1893 mit seinen Eltern und besuchte später das dortige deutsche Gymnasium. In den Jahren 1903-1907 studierte er Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie in Graz und Berlin. Nach dem Studium war er als Lehrer und Literat tätig und arbeitete beim österreichischen Schulbücherverlag. Hadina war in Berlin, Bielitz, Iglau und Wien angestellt. 1918 kehrte er wieder nach Troppau zurück, wo er 1922 bis 1926 Schuldirektor des Mädchen-Reform-Realgymnasiums wurde. Nach dem 2. Weltkrieg musste er die Republik verlassen, ging nach Wien und schließlich nach Ingolstadt. Obwohl er sein Leben der Literatur widmete, geriet er vor seinem Tode in Vergessenheit.

Emil Hadina, dessen Bücher in hohen Auflagen herausgegeben wurden, zählte in den 1920er und frühen 1930er Jahren zu den beliebtesten Autoren. Er war Erzähler, Lyriker, Essayist und Feuilletonist. Ähnlich wie Robert Hohlbaum (deutscher Schriftsteller aus Jägerndorf, 1886-1955) orientiert er sich an der einfühlenden Beschreibung von Persönlichkeiten aus der literarischen Welt. So ist z. B. der biographische Roman Götterliebling dem Romantiker Wilhelm Hauff (1802-1827) gewidmet oder der Roman Die graue Stadt die lichten Frauen, aus dem Jahr 1922 dem deutschen Schriftsteller und Lyriker Theodor Storm (1817 -1888).

 

Werke

Jahr der Publikation
Religion und Leben 1912
Moderne deutsche Frauenlyrik 1913
Alltag und Weihe 1914
Sturm und Stille 1916
Nächte und Sterne 1917
Kinder der Sehnsucht 1917
Leben, Sittlichkeit und Religion in und nach dem Kriege 1917
Heimat und Seele 1918
Suchende Liebe 1919
Brüder und Heimat 1919
Das andere Reich 1920
Von deutscher Art und Seele 1920
Lebensfeier 1921
Die graue Stadt - die lichten Frauen 1922
Dämonen der Tiefe 1922
Advent 1923
Grossböhmerland 1923
Maria und Myrrha 1924
Kampf mit den Schatten 1925
Himmel, Erde und Frauen 1926
Madame Lucifer 1926
Ihr Weg zu den Sternen 1926
Götterliebling 1927
Die Seherin 1928
Geheimnis um Eva 1929
Friederike erzählt ... Ein Tagebuch aus Sesenheim 1931
Der Gott im Dunkel 1933
Caroline, die Dame Luzifer 1952

Forschungsliteratur

Dietrich, Alfred: Der schlesische Dichter Emil Hadina. Ein Bild seines bisherigen Schaffens. In: Deutsche Heimat (4. Jg. 1928).
Glofke, Edith: Zeiten, Gestalten und Dichtungen in E. Hadinas Storm-Roman in ihrem Verhältnis zum wirklichen Leben Theodor Storms. Dissertation. o.V., Wien 1950.
Mareček, Zdeněk: „Das schöne Buch verdient das stärkste Interesse besonders der weiblichen Lesewelt“. Zur Autorenstrategie von Emil Hadina. In: Studia minora facultatis philosophicae universitatis brunensis, K. Brünner Beiträge zur Germanistik und Nordistik (1988).
Mareček, Zdeněk: Emil Hadina im Kontext der deutschsprachigen national orientierten Autoren aus Mähren und Schlesien. In: Fialová-Fürstová, Ingeborg (Hg.): Mährische deutschsprachige Literatur. Eine Bestandaufnahme. o.V., Olomouc 1999.
Mayröcker, Franz: Von den Stillen im Lande. Pflichtschullehrer als Dichter, Schriftsteller und Komponisten. Leinmüller, Wien 1968.
Stupek, Ivan: Emil Hadina als Schöpfer von großen Lebensgeschichten. In: Universitas ostraviensis acta facultatis philosophicae. Germanistisches Jahrbuch, Ostrava/Erfurt 1997.
Stupek, Ivan: Deutsche Literatur der Zwischenkriegszeit im tschechischen Schlesien 1918-1938. o.V., Šenov 2002.
Stupek, Ivan: Hadinas große Prosawerke. In: Orbis linguarum (Jg. 17, 2001).
Mareček, Zdeněk: Eine vornehme Kolportage. Zur Dichotomie von höherer und niederer Literatur. In: Studia minora facultatis philosophicae universitatis brunensis, K. Brünner Beiträge zur Germanistik und Nordistik (Bd. 8, 1992).
Altvaterbote. Halbmonatsschrift für die deutsche Schularbeit in Mähren und Schlesien.
Mitteilungsblatt der Deutschen Gemeinde-Bücherei in Iglau.