Mährisch Trübau
Mährisch Trübau (Moravská Třebová) ist eine Stadt an der Hauptstraße von Olmütz nach Böhmen. Obwohl es historisch zu Mähren gehört, befindet es sich heutzutage in der "böhmischen" Region Pardubice. Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 2025 9550.
Die Entstehung der Stadt fällt in die Zeit der großen Kolonisation, als sie 1257 durch Boreš von Rýzmburk gegründet wurde. Bis heute erhalten ist das rechtwinklige Straßennetz, das für auf diese Art und Weise entstandene Städte typisch ist. Die goldene Zeit der hiesiger Geschichte kam aber erst um 1500, als die Stadt im Besitz der Herren von Boskowitz und später der Zierotiner war. Das Schlossportal von 1492 ist einer der ältesten Renessaince-Baudenkmäler in Tschechien, später wurde auch der Arkadenhof des Schlosses oder mehrere Kirchen erbaut. Die Zierotiner konzentrierten um sich humanistische Intellektuellen, weshalb die Stadt den Spitznamen "Mährisches Athen" bekam. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, als die Stadt im Besitz der Liechtensteiner war, sank ihre Bedeutung erheblich.
In der modernen Geschichte gehörte Mährisch Trübau zu den Zentren der deutschen Sprachinsel Schönhengstgau. Es entwickelte sich hier die Textilindustrie, allerdings langsamer als in dem benachbarten Zwittau. Nach dem zweiten Weltkrieg kam im Zusammenhang mit der Vertreibung der Deutschen zum Wechsel eines wesentlichen Teils der Bevölkerung.
Aus Mährisch Trübau gebürtig sind die Schriftsteller Rudolf von Eichthal (1877-1974) und Hermann Heinrich Schefter (1895-1979) - der zweitgenannte war der Vater von Erica Pedretti.
https://www.moravskatrebova.cz/cs/o-meste/historie-a-vyznamne-osobnosti/historie-mesta.html